Ein Förster besitzt eine Waldaxt die aus einer Schmiede stammt die heute nicht mehr existiert. Er hat deshalb einen Bekannten angefragt ob er solche Äxte herstellen könnte. Dieser hat uns Bilder der Waldaxt zugestellt, siehe unten, damit wir gemeinsam solche Äxte rekonstruieren und herstellen könnten.
Bei der genaueren Betrachtung der Bilder haben wir festgestellt, dass die Axthausachse nicht mit der Blattachse übereinstimmt, siehe Bild links unten. Im Weiteren ist das Blatt von der Seite gesehen asymmetrisch, siehe Bild rechts unten. Woher diese Abweichungen stammen ist uns nicht klar. Wir würden die neuen Äxte ohne diese Abweichungen herstellen. Die Abweichungen könnten auch nachträglich noch erzeugt werden.
Auf Grund unserer Erfahrung waren wir der Meinung, dass die Axt aus mehreren Teilen zusammengesetzt wurde. Wir haben Rohlinge für einen Prototypen zusammengestellt und zu einem ersten Prototypen der Axt verarbeitet, siehe Bilder unten. Bild links und Mitte : 1 Federstahl für Axtblatt, 2 St37 für Axthammerkopf, 3 St37 für Axthaus, 4 Schablone der Seitenansicht. Bild rechts: Rohling nach dem Weichglühen.
Schon früher hatten wir auf dem YouTube Kanal, vom leider verstorbenen Christian Schwarz, zwei Videos aus der Fitzi Schmiede gefunden, welche das Herstellen von Äxten aus separatem Blatt und Axthaus zeigen. Es stellte sich heraus, dass die oben gezeigte Waldaxt aus der Fitzi Schmiede stammt und diese Äxte seit 2024 von Thomas Lampert (https://lampert-guarda.ch/) hergestellt werden. Der Förster wurde an diese Adresse verwiesen. Da wir uns bereits diverse Gedanken zum herstellen dieser Waldaxt gemacht haben wollten wir nach dem Prototypen eine Axt für den Gebrauch herstellen. Dabei haben wir das Design noch etwas geändert.
Im YouTube Video Werkzeugschmiede Fitzi in Trimmis im Kanton Graubünden stellten wir fest, das das Axthaus aus einem Stück Rohr hergestellt wurde, siehe Video bei 0:31. Der Axt Hammerkopf hat dieselbe Stärke wir die Wangen des Axthauses, siehe Video bei 0:34. In späteren Sequenzen ist der Axtkopf doppelt so dick, siehe Video bei 0:46. Wir schliessen daraus, dass dem Axtkopf noch eine Platte aus härtbarem Stahl aufgeschweisst wurde, was für den Gebrauch der Axt als Hammer Sinn macht. Ob im Feuer oder mit MAG ver- oder aufgeschweisst wurde können wir nicht nachvollziehen. Da wir kein Rohr mit den erforderlichen Dimensionen auf Lager hatten, haben wir folgendes Design gewählt, siehe erstes Bild links:
1 Federstahl für Axtblatt, 2 St37 für Axthammerkopf, 3 90MnCrV8 für Axthammerkopf, 4 St37 für Axthaus
Im Bild rechts das Material für das neue Design.
1 Federstahl für zwei Axtblätter, 2 St37 für Axthammerkopf, 3 90MnCrV8 für Axthammerkopf, 4 St37 für Axthaus
Für die Axtblätter wurde das Stück Federstahl in der Mitte eingekerbt, anschliessend aufgetrennt und die Klingen ausgeschmiedet. Im Bild rechts ist die neue, symmetrische Axtschablone zu sehen. Es hat sich gezeigt, dass die Klingen mit einem kleineren Stück Federstahl hergestellt werden können.
Die bei Florian Jörger (www.stielwaren.ch ) bestellten Stiele für unsere Waldäxte sind eingetroffen.